Public Value und Designstudium 2024

Orientiert sich das Designstudium am Gemeinwohl?

Design ≠ Public Value?

Als Bildungsstiftung fördern wir die Entwicklung des Designstudiums. Das Studium spielt eine entscheidende Rolle dafür, wie das Design seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt. Deshalb untersuchen wir zum zweiten Mal, welchen Beitrag das Designstudium in Deutschland zum Gemeinwohl leistet. Wir wollen z.B. wissen, in welchem Ausmaß Herausforderungen für den sozialen Zusammenhalt thematisiert werden. Oder inwiefern Design generell als hilfreich bewertet wird, um Aufgaben im Interesse der gesamten Gesellschaft zu bearbeiten.

2022 haben wir zum ersten Mal diese Fragen gestellt. Die Ergebnisse dieser Studie sind hier kostenlos veröffentlicht. Jetzt wollen wir erfahren, ob sich seitdem Veränderungen ergeben haben: Ist das Gemeinwohl für das Designstudium wichtiger geworden?

Zur Durchführung arbeiten wir erneut mit Professor Dr. Timo Meynhardt zusammen, dem Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspsychologie an der Handelshochschule Leipzig (HHL). Auf seinen Forschungen beruht die Messbarkeit der Gemeinwohlorientierung einer Organisation. Dazu dient das Konzept Public Value, das fragt: »Was macht eine Organisation wertvoll für die Gesellschaft?«

Als Dankeschön für die Teilnahme an der Studie stellen wir 5.000 EUR für eine Exkursion zur Verfügung. Diese Summe erhält der Studiengang mit der höchsten Beteiligung an der Untersuchung.

Die Ergebnisse werden im Herbst 2024 hier auf der Website kostenlos veröffentlicht.

Jetzt teilnehmen!

Wer kann an der Studie teilnehmen?
Studierende aller deutschen Designhochschulen, Lehrende, Alumni und alle, die im Design arbeiten.

Wie kann ich an der Studie teilnehmen?
Mit der wahrheitsgemäßen Beantwortung eines anonymen Fragebogens: hier geht’s direkt zur Studie.

Bis wann kann ich an der Studie teilnehmen?
Die Laufzeit endet am 31. Mai 2024.

Wie lange dauert die Beantwortung?
Ca. 10 bis 15 Minuten.

Wie kann mein Studiengang die 5.000 EUR für eine Exkursion erhalten?
Die Summe erhält derjenige Studiengang mit den meisten Teilnehmern. Die Ermittlung erfolgt durch die iF Design Foundation in Zusammenarbeit mit der Handelshochschule Leipzig.

Wie erfolgt die Zuordnung meiner Teilnahme zu einem Studiengang?
Am Ende des Fragebogens kannst Du angeben, ob Deine Teilnahme für einen Studiengang gezählt werden soll. Du kannst dann den Studiengang aus einer Liste auswählen.

Wie kann ich die Chancen meines Studiengangs erhöhen, die 5.000 EUR zu erhalten?
Dafür haben wir eine Challenge auf Social Media gestartet: Zeig uns Deine verborgenen Design-Champions mit Blick auf den Public Value. Wie das genau funktioniert, siehst Du im Video oben.

Was ist mit verborgenen Design-Champions des Public Value gemeint?
Damit meinen wir Design, das dazu beiträgt, gesellschaftliche Aufgaben zu lösen, weil sie im Interesse von sehr vielen Menschen sind (und nicht nur im Interesse von wenigen). Z.B. ist jede U-Bahn-Karte eine alltägliche Hilfe für unzählige Menschen. Die App »To Good To Go« ist ein anderes Beispiel. Oder Bücherschränke an öffentlichen Plätzen.

Was kann ich tun, wenn der Studiengang, den ich studiert habe, nicht mehr existiert oder umbenannt wurde?
In der Liste sind alle Designstudiengänge aufgeführt, die nach unserer Kenntnis derzeit in Deutschland angeboten werden. Sie bilden die Grundlage für unseren kostenlosen Studiengangsfinder. Falls Dein Studiengang in unserer Liste fehlt, kannst du ihn individuell — bitte mit Hochschule und Abschluss — auch im Freitextfeld eintragen.

Kann ich mehrfach an der Studie teilnehmen, um die Chancen meines Studiengangs zu erhöhen?
Nein, das ist nicht möglich.

Gibt es Vorgaben für den Studiengang mit der höchsten Beteiligung, wofür dieser die 5.000 EUR ausgeben darf?
Wir bitten darum, dass dieses Geld für eine Exkursion ausgegeben wird, weil wir davon überzeugt sind, dass Exkursionen besonders wertvoll sind für den sozialen Zusammenhalt beim Studium. Das Geld wird an die Hochschule ausgezahlt, die den Studiengang anbietet.

Verzerrt es nicht die Aussagen des Fragebogens, wenn Teilnehmer ihre Antworten für einen Studiengang zählen lassen, an dem sie nicht studiert haben?
Diese Zählung der Teilnahme hat mit dem Inhalt des Fragebogens nichts zu tun. Es gibt keine inhaltliche Verknüpfung der Antworten im Fragebogen mit der Zurechnung zu einem Studiengang am Ende des Fragebogens.

Ich habe Design nicht studiert, kann ich dennoch meine Teilnahme für einen Studiengang zählen lassen?
Du bist frei darin, Deine Stimme einem deutschen Designstudiengang zuzuordnen. Denn auch hier gilt, dass die Zählung der Teilnahme vom Inhalt des Fragebogens entkoppelt ist.

Ich habe Design nicht studiert, arbeite aber im Design oder in der Verwaltung einer Hochschule mit einem Designstudiengang. Wieso darf ich dann trotzdem Fragen zum Inhalt des Designstudiums beantworten?
Du hast durch Deine Berufspraxis und die Zusammenarbeit mit Alumni sicherlich vielfältige Eindrücke davon erhalten, was im Designstudium geschieht und welche Ergebnisse daraus erfolgen. Du kannst deshalb auch aus Deiner Perspektive bewerten, welchen Public Value das Designstudium hat. Du bist also Teil der »Public«, der Öffentlichkeit, die für dieses Konzept relevant ist. Beim Public Value geht es nicht um die Bewertung aus Expertensicht, sondern aus Sicht der Öffentlichkeit.

Wie kann ich von den Ergebnissen der Studie erfahren?
Wenn Du direkt benachrichtigt werden möchtest, sobald die Ergebnisse vorliegen, kannst Du Dich gerne unten auf dieser Seite für unseren Newsletter registrieren. Aber Du kannst auch darauf verzichten und einfach im Herbst wieder unsere Website besuchen.

Was ist mit Public Value gemeint?

Public Value ist ein Konzept, das auf die Interessen der gesamten Gesellschaft blickt. Es versteht sich als Alternative zu Konzepten, in deren Mittelpunkt die Interessen von einzelnen oder wenigen Menschen stehen (z.B. Shareholder Value).

In den vergangenen Jahrzehnten gab es auch im internationalen Design starke Tendenzen, vorwiegend Partikularinteressen zu dienen. Design hat deshalb einen Anteil an der gegenwärtigen Situation, die von vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen geprägt ist: Veränderung des Klimas, Raubbau an der Natur, Vernichtung der Artenvielfalt, Infragestellung der freiheitlichen, rechtsstaatlichen Demokratie sowie Zurückweisung rationaler Wissenschaften, regelgeleiteter Abläufe und evidenzbasierter Entscheidungen.

Wir sind davon überzeugt: Design kann einen Beitrag leisten, um diese Herausforderungen zu bewältigen, die alle Menschen betreffen. Das Public-Value-Konzept erscheint dafür besonders hilfreich: Es übersetzt die abstrakte Orientierung am Gemeinwohl in konkrete Handlung.

Dafür hat Timo Meynhardt die Public-Value-Scorecard entwickelt. Sie beruht auf den Erkenntnissen über menschliche Grundbedürfnisse, die zu einem zufriedenen und glücklichen Leben führen.

Der Public Value ergibt sich aus der Einschätzung der Öffentlichkeit (»Public«) – und gerade nicht aus der Bewertung von Experten – zu fünf Bereichen einer Organisation. Weil auch ein Studiengang eine Organisation darstellt, kann dieses Konzept auf das Designstudium angewandt werden. Es handelt sich um folgende Bereiche:

  • Aufgabenerfüllung und Funktion – Werden relevante Probleme gelöst?
  • Moral und Ethik – Werden moralisch-ethische Werte gefördert?
  • Zusammenhalt und Gesellschaft – Werden das Miteinander sowie die Beziehungen in und zwischen Gruppen gestärkt?
  • Lebensqualität: Freude und Ästhetik – Werden in besonderer Weise positive Erfahrungen ermöglicht?
  • Verantwortung und Ressourcen – Wird aus gesellschaftlicher Sicht wirtschaftlich sinnvoll agiert?

Als Bildungsstiftung haben wir uns dem Ziel verpflichtet, die Entwicklung des Designstudiums stärker auf diese Grundlage auszurichten und dadurch die Orientierung am Gemeinwohl zu fördern.